Hauterkrankungen
Psoriasis
Millionen Menschen rund um den Globus leiden an der entzündlichen
chronischen Hauterkrankung Psoriasis (Schuppenflechte). Viele Patenten
fühlen sich durch diese nicht ansteckende Krankheit, die in Form
von rötlich bis silbrig schuppenden Hautflecken in Erscheinung tritt,
stigmatisiert und ausgegrenzt. Eine dauerhafte Heilung ist bislang nicht
möglich, doch verspricht man sich durch epidemiologische Studien,
den Ursachen und Auslösefaktoren der Psoriasis auf die Spur zu kommen,
um daraus mögliche Strategien zur Krankheitsbewältigung sowie
effektive Therapien zu entwickeln.
Epidemiologie - wer ist betroffen?
Betrachtet man das Vorkommen der Psoriasis an der Weltbevölkerung,
so fällt auf, dass es einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen
der Häufigkeit der Erkrankung, der geographischen Lage des Wohnorts
und der ethnischen Zugehörigkeit gibt. In den gemäßigten
Zonen Europas sind durchschnittlich zwei Prozent der Bevölkerung
betroffen. In den nördlichen Ländern Europas kommt Psoriasis
dagegen viel häufiger vor. Möglicherweise hängt dies mit
der geringen Intensität der Sonnenstrahlen und der Luftfeuchtigkeit
in diesen Regionen zusammen.
Bezüglich der Erkrankungshäufigkeit von Männern und Frauen
lassen die Studien keine offensichtlichen Unterschiede erkennen, vielmehr
scheint das Alter eine Rolle zu spielen. Grundsätzlich kann die Psoriasis
in jedem Alter auftreten. Es lassen sich jedoch zwei Psoriasis-Typen voneinander
abgrenzen, die eine sehr unterschiedliche Altersstruktur aufweisen.
Die Typ-1-Psoriasis, die auch als Frühtyp-Psoriasis bezeichnet wird
und die rund 70 Prozent aller Fälle ausmacht, tritt meistens im zweiten
Lebensjahrzehnt auf. Die seltenere Typ-2-Psoriasis zeigt sich hingegen
erst nach dem 40. Lebensjahr und hat einen Erkrankungsgipfel bei 57 bis
60 Jahren. Im Gegensatz zur Typ-2-Psoriasis hat der Frühtyp meist
einen schwereren Krankheitsverlauf. Außerdem scheinen beim Typ 1
bestimmte Zelloberflächenmerkmale sowie genetische Faktoren eine
besondere Rolle zu spielen, da sich eine wesentlich höhere familiäre
Belastung erkennen lässt.
Risikofaktoren
Doch nicht allein die genetische Veranlagung und verschiedene immunologische
Vorgänge im Körper lösen eine Psoriasis aus. Wie die epidemiologischen
Untersuchungen zeigen, können zahlreiche äußere Faktoren
zum Ausbruch der Erkrankung oder zur Verschlechterung des Krankheitsbildes
beitragen. So zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Psoriasis und Rauchen,
Alkoholkonsum, emotionalem Stress, Übergewicht und klimatischen Einflüssen.
Zu anderen möglichen Auslösefaktoren fehlen noch weitere Daten,
um konkrete Aussagen machen zu können. So wird auch die Rolle der
Ernährung erst durch weitere gezielte Untersuchungen klarer werden.
Auch wenn das Wissen über die Krankheit in den letzten Jahren erheblich
erweitert werden konnte, sind die genauen Mechanismen der Psoriasis noch
nicht vollständig erforscht. Die Ursachen der Erkrankung sind offensichtlich
sehr komplex, so dass eine ursächliche Heilung bis heute nicht möglich
ist. Dank verschiedener Therapien können die Krankheitsschübe
vermindert, hinausgezögert oder abgemildert werden.
Krankheitsbild
Schuppenflechte ist durch das Auftreten kleiner silbriger Schuppen gekennzeichnet, vor allem an Ellbogen, Knien und Kopfhaut. Außerdem können die Nägel betroffen sein und - bei einer besonders schweren Form der Schuppenflechte - auch die Gelenke (psoriatrische Arthritis).
Die Erkrankung wurde früher auf eine Stoffwechselstörung beziehungsweise auf eine Wachstumsstörung bestimmter Hautzellen (Keratinozyten) zurückgeführt. Beide Deutungen gelten heute als überholt. Zwar ist die Ursache der Schuppenflechte nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt, doch weiß man mittlerweile, dass es sich um eine Störung im Immunsystem der Betroffenen handelt. Diese Entzündung beeinflusst den Erneuerungsprozess der Haut. Während sich gesunde Haut ungefähr alle vier Wochen erneuert, ist dieser Zyklus bei Menschen mit Schuppenflechte auf rund eine Woche verkürzt: Die übermäßig produzierten Hautzellen werden nach außen transportiert, sterben ab und werden dann als Schuppen sichtbar. Zudem wurde festgestellt, dass bestimmte immunologische Botenstoffe (Zytokine) in der psoriatrischen Haut in erhöhtem Maße vorkommen.
| Hauptformen
der Psoriasis: |
Hauptsymptome: |
Lokalisation: |
| Psoriasis vulgaris |
Rote, schuppende Herde |
Kopf, Ellenbogen, Kniescheiben
|
| Plaque-Typ der Psoriasis vulgaris |
Schwere Verlaufsform der Psoriasis vulgaris, heilt meist nur unvollständig |
Großflächiger Befall, auch von Brust und Rücken,
Armen und Beinen |
| Guttata-Typ der Psoriasis vulgaris |
Plötzliches Auftreten von pfenniggroßen Herden |
Gesicht, Brust und Rücken
|
| Psoriasis-Arthritis |
Rötung, Schwellung von Gelenken, Schmerzen, evtl. auch Haut betroffen |
Häufig Finger-, Hand-, Sprunggelenke, Knie, Ellenbogen, z. T. Wirbelsäule |
| Psoriais pustulosa |
Rötung und Eiterbläschen, z. T. wunde Stellen |
Oft Handteller und Fußsohlen, selten ganzer Körper |
Die allgemeine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist durch eine ausgeprägte
Schuppenbildung an Ellbogen, Knien und Kopfhaut gekennzeichnet, bei mittelschweren
und schweren Erscheinungsformen sind ausgedehnte Areale am gesamten Körper
betroffen. Besonders hartnäckig sind die seltenen Formen mit eitrigen
Pusteln (Psoriasis pustulosa) oder die Varianten an Problemregionen des
Körpers (Psoriasis inversa). Eine besonders schwere Form der Schuppenflechte
ist die Psoriasis Arthritis, bei der sich die Entzündungen auch auf
die Gelenke ausdehnen. Hier sind in der Regel vor allem die Finger- und
Zehengelenke betroffen; Schmerzen und Gelenksteifigkeit sind die Folge.
Ursachen
Die genauen Ursachen, die zur Entstehung einer Psoriasis führen, sind nach wir vor nicht genau bekannt. Man geht heute davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenspielen und dass neben einer genetischen Veranlagung für diese Erkrankung das Immunsystem eine zentrale Rolle spielt. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse spricht dafür, dass es sich bei Psoriasis um eine so genannte Autoimmunerkrankung handelt: Das Immunsystem, dessen Aufgabe es ist, den Körper vor gefährlichen Fremdstoffen zu schützen, richtet sich irrtümlich gegen körpereigene Zellen.
Eine Schlüsselfunktion bei dieser Abwehrreaktion kommt speziellen Immunzellen
der Haut, den so genannten Langerhanszellen, und den T-Zellen des Immunsystems,
das sind bestimmte Zellen der weißen Blutkörperchen, zu. Die Reaktionskette,
an deren Ende eine vermehrte Hornproduktion und Schuppenbildung, eine
Entzündung der Haut sowie der zum Teil heftige Juckreiz stehen, kann man
sich wie folgt vorstellen: Die Langerhanszellen, die sich in der untersten
Schicht der Oberhaut (Epidermis) befinden, sind Fresszellen. Sie nehmen
die irrtümlich als gefährlich eingestuften körpereigenen Zellen, die auch
als Autoantigene bezeichnet werden, auf und wandern von der Epidermis
über den Lymphstrom zu den Lymphknoten. Dort präsentieren sie auf ihrer
Oberfläche die charakteristische Merkmale des Autoantigens den T-Zellen.
Das ist das Signal für die T-Zellen: Sobald diese über spezielle Rezeptoren
die Merkmale der Autoantigene erkannt haben werden sie aktiv und setzen
eine ganze Reihe von Botenstoffen frei. Diese Botenstoffe (Zytokine) dienen
dem Informationsaustausch zwischen den Immunzellen. Einige der Botenstoffe,
die von den aktivierten T-Zellen freigesetzt werden, steuern Reparaturmechanismen
von Gewebeschäden und wirken für viele Zellen als Wachstumsfaktoren. Bei
der Psoriasis führt diese Kettenreaktion zu einer vermehrten und beschleunigten
Reifung der Hautzellen (Keratinozyten), die sich nun auf der Hautoberfläche
anhäufen und die typischen Schuppen bilden. Außerdem locken die Botenstoffe
Immunzellen an die vermeintliche Gefahrenstelle, also in diesem Falle
in die Haut, und regen die Mastzellen dazu an, Entzündungsstoffe auszuschütten.
Das führt unter anderem zu einer Erweiterung der Blutgefäße, so dass weitere
weiße Blutkörperchen in das Hautgewebe eindringen können, die ihrerseits
aktiviert werden und Botenstoffe freisetzen. Die Folge ist eine Entzündung
der Haut, mit den typischen Symptomen Hautrötung, Schwellung und Juckreiz,
die durch die ständige Aktivierung der Immunzellen und Botenstoffe in
Gang gehalten wird.

Therapie
Äußerliche Anwendungen (Topische Therapie)
- Harnstoff (Urea pura) — wird für die
Pflege und Behandlung in Form von Beigaben in Öl, Creme und Salben verwendet.
- Salicylsäure — im Wesentlichen zum
Ablösen der Schuppen verwendet. Da dieser Stoff aber auch entzündungshemmend
ist, kann er in relativ milder Wirkung auch direkt zur Behandlung eingesetzt
werden.
- Steinkohlenteer — Wird seit langer
Zeit zur Behandlung chronischer Hautkrankheiten verwendet. Bremst die
Zellteilung und lindert den Juckreiz. Allerdings gelten die hierbei
verwendeten Teer-Stoffe inzwischen als krebsfördernd, weswegen sie nur
noch sehr eingeschränkt angewendet werden, bzw. bekannte Produkte bereits
vom Markt genommen wurden.
- Dithranol (auch als Cignolin bekannt)
— bremst die Zellteilung und hat eine gute Wirksamkeit, leider ist diese
Methode in der Behandlung extrem aufwändig. Ältere Präparate hatten
auch noch andere Nachteile, wie die Braunfärbung auch der umgebenden
gesunden Haut, aber auch von Gegenständen, die mit dem Präparat in Berührung
gekommen sind, wie Kleidung, Bettwäsche und Waschbecken. Es sind heute
moderne Zubereitungen im Handel, durch die sich die oben beschriebenen
Nebenwirkungen deutlich reduzieren lassen. So durch die Minutentherapie,
bei der Dithranol nur noch wenige Minuten auf die erkrankten Stellen
aufgetragen und anschließend abgewaschen wird.
- Cortison — ein synthetischer Wirkstoff,
der dem menschlichen Hormon der Nebennierenrinde nachempfunden ist.
Er reduziert schnell die entzündlichen Erscheinungen. Wegen der Nebenwirkungen
sollte man Cortison jedoch nur kurzzeitig und nur auf kleinen Hautpartien
einsetzen. Es eignet sich nicht zur Behandlung großflächiger Hautareale.
Am besten geeignet sind Cortison-Salben noch für die Kopfhaut. Ein Effekt,
der von diesen Präparaten oft verursacht wird, ist der der Hautatrophie
(Verdünnung der Haut). Die Venen schimmern dann durch die Haut durch.
- Vitamin-D-Derivate — sind synthetische
Stoffe, die einem Hormon nachempfunden sind, welches eine wesentliche
Rolle bei der Steuerung der immunologischen und regenerativen Vorgängen
der Haut spielt. Sie verringern die Teilungsaktivität der Hautzellen.
Das verwendete Calcipotriol oder auch Tacalcitol sind solche Vitamin-D-Derivate,
welche die Risiken des Vitamin D um ein Vielfaches reduziert. Auch diese
Medikamente können bei Überdosierung gefährliche Nebenwirkungen haben,
im Allgemeinen sind sie aber gut verträglich. Eine häufige Behandlungmethode
besteht in der Kombination mit Lichttherapie.
- Wirkstoffe der Rinde der Gewöhnlichen Mahonie, lat.
(Mahonia aquifolium) - hier speziell das Präparat "Rubisan",
wirksam vermutlich durch Bindung der dort enthaltenen Berberin-Alkaloide
an die Erbsubstanz DNA (DNA-Addukte).

Bade- und Lichttherapie:
- Fischtherapie mit Rötlichen Saugbarben
(Garra rufa): Die Patienten baden drei Wochen lang etwa zwei Stunden
täglich mit ca. 200 "Kangal-Fischen" in speziellen Therapiewannen. Die
Fische entfernen dabei die Hautschuppen der betroffenen Patienten schnell
und nebenwirkungsfrei. Anschließend erhalten die Patienten eine kurze
UV-Bestrahlung im Solarium sowie Hautpflegecremes.
- Schmalspektrum-UVB-Therapie - bekannt
nach den Bestrahlungsgeräten mit 311 Nanometern Wellenlänge des Lichtes.
Die Psoriasis reagiert am empfindlichsten im Bereich zwischen 310 und
313 nm, daher ist die 311 nm Bestrahlung heute das Mittel der Wahl für
Ganz- und Teilkörperbestrahlungen. Durch die geringere Erythemwirkung
ist die Verträglichkeit besser als bei Breitband-UVB- und SUP-Strahlern.
Diese Therapie wird oft kombiniert mit topischen Behandlungen, zur weiteren
Steigerung der Wirksamkeit.
- Selektive Ultraviolett-Phototherapie (SUP)
– Ist eine Kombination von UVA und UVB. Sie wirkt rasch und intensiv
und muss aber optimal an die Hautverhältnisse der Personen angepasst
werden, um Sonnenbrände zu vermeiden. Dies gilt übrigens für alle Bestrahlungstherapien.
- PUVA-Therapie (Psoralen + UVA) - Dies
Methode gibt es in zwei Formen, einerseits als Bad oder innerlich mittels
Tabletten. Bei der letzteren werden Präparate wie Psoralen oder Meladinin
eingesetzt, um die Lichtempfindlichkeit der Haut zu steigern und so
die Wirksamkeit der UVA-Strahlen zu erhöhen. Durch die PUVA-Therapie
kommt es vermutlich zu einer Photoinaktivierung der hyperreaktiven T-Zellen,
da Psoralen, ein Furokumarin, molekulare Bindungsreaktionen an Nukleinsäuren
und Proteinstrukturen eingeht.
- Balneophototherapie - hauptsächlich
als Sole-Photo-Therapie bekannt. Diese Methode soll die Bedingungen
am Toten Meer simulieren. Zwischen 60 und 90% der Patienten sprechen
auf diese Behandlungsart gut bis sehr gut an. Hierbei badet der Patient
zunächst etwa 20-30 Minuten in einer stark solehaltigen Lösung, um im
Anschluss – möglichst mit noch nasser Haut – kurzzeitig. d. h. im Bereich
von wenigen Minuten mit einer intensiven UVB-Lichtquelle bestrahlt zu
werden.
- Lasertherapie - Der Excimer-Laser stellt
eine der neuesten Entwicklungen in der Lichttherapie dar. Es handelt
sich dabei um einen Xenon-Chlorid-Gas-Laser. Er erzeugt monochromatisches
Licht der Wellenlänge 308 nm. Der Laser arbeitet im UV-Schmalband-Spektrum.
Anders als beim aufgefächerten Lichtkegel von Lichtkabinen erzeugt der
Laser einen gebündelten Strahl. Mit dem kleinen optischen Fenster des
Laser-Kopfes ist es möglich, innerhalb kurzer Zeit eine therapeutisch
hohe Strahlendosis gezielt auf erkrankte Hautgebiete anzuwenden, ohne
die umliegende gesunde Haut der Strahlung auszusetzen. Der Laser bietet
sich besonders zur Behandlung von kleinen, hartnäckigen Entzündungsherden
auf der Haut an. Der Laser hat sich bei der Behandlung von verschiedenen
Erkrankungen bewährt, die auf eine UV-Therapie ansprechen. Zum Einsatz
kommt er vor allen bei der Psoriasis und der Vitiligo. Die benötigte
Therapiezeit ist durch die hohe Bestrahlungsstärke des Lasers gegenüber
konventionellen Lichtkabinen deutlich geringer. Schwer erreichbare Regionen
der Haut, etwa Hautfalten oder Gelenkbeugen, können einfacher erreicht
werden als bei einer Therapie in Lichtkabinen. Je nach Empfindlichkeit
des erkrankten Haut-Areals kann die therapeutisch notwendige Dosis gezielt
angepasst werden. Laserlicht ist die derzeit wirksamste physikalische
Therapie zur Behandlung der Psoriasis.

Innerliche Anwendungen (Systemische Therapie)
- Methotrexat (MTX) - Dieser Arzneistoff
stammt aus der Krebstherapie, hemmt das Wachstum der Zellen und unterdrückt
das Immunsystem. Die Einnahme muss wegen der Nebenwirkungen ärztlich
kontrolliert werden.
- Vitamin-A-Abkömmlinge - Diese Abkömmlinge,
die Retinoide wie zum Beispiel Acitretin, werden gerne mit Bestrahlungen
kombiniert. Diese wirken ebenfalls auf die Hautzellen ein. Wichtig ist,
dass diese Stoffe bei Frauen bis zu zwei Jahre nach der Behandlung zu
einer Missbildung des Kindes in der Schwangerschaft führen können. Weiterhin
sind diese Stoffe für ihre ausgeprägten Nebenwirkungen bekannt.
- Cortison - Die hier verwendeten Tabletten,
Salben oder Spritzen sind eigentlich nur eine reine Notfallmedizin,
da hierbei auch ein Rückschlag (rebound) und weitere gravierende Nebenwirkungen
auftreten können. Trotzdem gilt die Behandlung mit cortisonhaltigen
Präparaten als kostengünstiger Standard, insbesondere als „erstbeste
Maßnahme“ bei der initialen Psoriasis-Behandlung.
- Immunsuppressive Substanzen wie Cyclosporin
A - Diese Substanzen kommen aus der Transplantationsmedizin und unterdrücken
das Immunsystem. Diese Stoffe bilden heute einen Forschungsschwerpunkt,
weil Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass die Psoriasis eine
Autoimmunerkrankung ist.
- Fumarsäureester - Derzeit ist ein Medikament
namens Fumaderm erhältlich, welches eine Mischung aus unterschiedlichen
Fumarsäureestern (Fumarsäuremonomethylester und Fumarsäuremonoethylester)
ist und auf Grund von Studien allgemein als gut wirksam anerkannt wird.
Obwohl Fumarsäure auch im menschlichen Stoffwechsel (Citratzyklus) vorkommt,
ist es in der verwendeten Dosierung nicht nebenwirkungsfrei (v. a.:
Diarrhoen, kolikartige Bauchschmerzen und Hitzewallungen). Behandlungen
mit diesem Medikament werden hauptsächlich bei schwerem Befall vorgenommen.
Die Erfolgsrate liegt bei etwa 50 %, diejenigen Patienten, die es aufgrund
der Nebenwirkungen vertragen, berichten über durchaus gute Ergebnisse,
die restlichen mussten es aber aufgrund der o. a. Nebenwirkungen oder
aufgrund einer massiven Verschlechterung der Blutwerte (hier insbesondere
der Leber- und Nierenwerte) wieder absetzen. Trotzdem gilt dieses Medikament
derzeit als eines der bevorzugten medikamentösen Therapieformen.
- Biologicals - Hier unterscheidet man
zwei Typen: die T-Zell-inhibierenden Wirkstoffe Efalizumab und die TNF-a-Antagonisten
(Adalimumab, Infliximab, Etanercept). Es handelt sich dabei um biotechnologisch
hergestellte Substanzen, die entweder zur Gruppe der monoklonalen Antikörper
(Efalizumab, Adalimumab, Infliximab) oder der Gruppe der Fusionsproteine
(Etanercept) angehören. Diese Substanzen stellen eine neue, derzeit
noch sehr teure Therapieoption dar (Kosten: 15000 bis zu mehr als 20000
€ pro Patient und Jahr). Sie sind zugelassen für die erwachsenen Patienten
mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vom Plaquetyp. Allerdings
muss der behandelnde Arzt vor einem Einsatz abwägen, ob der Patient
eventuell für eine der klassischen systemischen Therapien (Methotrexat,
Ciclosporin A, Fumarsäureester) oder für eine Lichttherapie infrage
kommt. Nur wenn diese Therapieoptionen nicht wirken, nicht vertragen
wurden oder Gegenanzeigen gegen sie vorliegen, darf er die Biologicals
einsetzen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, wird die Therapie von
der Krankenkasse übernommen.
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